Tiger

Der Sibirische Tiger: Ein gejagter Jäger

Zentimetertief sinken die Tatzen in den Schnee. Seit Stunden schon streift der Sibirische Tiger durch sein Revier, lauscht jedem Rascheln im Gebüsch, hält Ausschau nach Bewegungen im Dickicht der Bäume. Der Hunger treibt ihn an. Da, endlich! Zwischen den verschneiten Zweigen knabbert ein Sika-Hirsch Rinde von einem Baumstamm. Ein gefundenes Fressen für die Raubkatze! Beinahe lautlos pirscht sie sich heran, duckt sich dicht zu Boden – um sich schließlich mit einem gewaltigen Satz auf die Beute zu stürzen. Der Tiger tötet sein Opfer mit einem Biss ins Genick und macht sich sofort über den Hirsch her. Denn schon viel zu lange hatte er nichts mehr gefressen. Die meisten seiner Jagdversuche enden erfolglos.

Immer wieder hören oder wittern ihn Beutetiere, wenn er sich anschleicht. Dabei braucht er sechs bis zehn Kilogramm Fleisch pro Tag, um im kalten Winter seiner Heimat – den Wäldern Sibiriens im äußersten Südosten Russlands und in den angrenzenden Regionen Nordkoreas und Chinas – bei Kräften zu bleiben. Er muss sich Fettreserven anfuttern, und da
reicht kein kleiner Snack.

Immerhin ist Panthera tigris altaica, wie er wissenschaftlich heißt, mit bis zu drei Meter Länge von Kopf bis zur Schwanzspitze die größte lebende Katze der Welt. Fast den ganzen Tag verbringt der Tiger damit, Beutetiere wie Hirsche, Wildschweine, Elche oder Luchse aufzuspüren. Bis zu 20 Kilometer legt er bei seinen Beutezügen zurück – und ist dabei ständig in Gefahr, selbst zum Opfer zu werden.

 

 

 

 

 

Der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica) ist ein Säugetier und gehört zur Familie der Katzen (Felidae) in die Unterfamilie der Großkatzen (Pantherinae). Man nennt ihn auch Armurtiger oder Ussuritiger. Weltweit gibt es vier unterschiedliche Tigerarten. Dieser hier ist die größte Katze der Welt.

Diese Raubkatze wird von Kopf bis Schwanz etwa drei Meter lang und bis zu 300 Kilogramm schwer. Das lange, dichte Fell lässt sie noch massiger wirken. Das Fell ist gelblich bis rötlich, an der Unterseite weiß. Die Streifen, die sich über den gesamten Pelz ziehen, sind schwarz oder braun.

Sibirischer Tiger sind wie alle Raubtiere Fleischfresser. Pro Tag benötigen sie bis zu zehn Kilogramm Nahrung. Dazu zählen Hirsche, Rehe, Elche, Luchse und Wildschweine.

Sibirische Tiger sind Einzelgänger. Die Reviere der Männchen sind bis zu 1000 Quadratkilometer groß. Sie werden mit Urin markiert. Nur zur Paarungszeit treffen sich Männchen und Weibchen. Etwa 95 Tage nach der Paarung kommen drei bis sieben Junge zur Welt.

 

 

Sie sind anfangs blind und werden allein von der Mutter aufgezogen. Nach vier Jahren verlassen sie die Mutter. Sibirische Tiger leben in kalten Regionen. Sie mögen Wälder mit einem dichten Unterholz. Sie leben heute nur noch im Osten Russlands, im Grenzgebiet zu Nordkorea und China. Diese Tiere können etwa fünfzehn Jahre alt werden.