Nandus

Der Nandu (span. Ñandú) oder Große Nandu (Rhea americana) ist ein flugunfähiger Vogel aus der Gattung der Nandus (Rhea). Er gehört zu den Laufvögeln und ist in Südamerika und als Neozoon in Norddeutschland beheimatet.

 

Mit einer Scheitelhöhe von 1,25 bis 1,40 Metern (Rückenhöhe etwa 1 Meter) und einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm ist der Nandu der größte Vogel der Neuen Welt. Dies betrifft vor allem die Männchen, denn wie beim Strauß sind auch beim Nandu die Hähne im Durchschnitt etwas größer als die Hennen. Nandus haben ein lockeres, zerfleddert aussehendes Federkleid und besitzen die größten Flügel aller Laufvögel. Die Beine sind lang und kräftig. Im Gegensatz zu den Verhältnissen bei den zweizehigen Straußen weisen die Füße der Nandus drei Zehen auf. Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Gattungen von nicht flugfähigen Laufvögeln stellt ein Beispiel für Konvergenz dar. Auf der Flucht erreichen Nandus Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h.

Das Gefieder ist grau oder braun, selten weiß, zwischen den Individuen variiert die Farbgebung stark. In der Regel sind Männchen etwas dunkler und größer als Weibchen, was aber kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal ist. Die einzelnen Unterarten werden vor allem durch die Anteile schwarzer Federn an der Halsbefiederung unterschieden.

 

 

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Pampa, dem Grasland im zentralen Argentinien und Uruguay, über den Gran Chaco bis in den Nordosten von Brasilien. Die Art ist außerdem in Deutschland als Neozoon etabliert, die einzige bekannte Population in Mitteleuropa, die sich nach Ausbrüchen aus Gehegen halten konnte.

Nandus bewohnen Savannenhabitate, fehlen also in Wäldern. Im Gegensatz zum Darwin-Nandu ist der Nandu ein Bewohner des Flachlands, der große Höhen meidet. Ebenso meidet der Nandu kalte Klimazonen und kommt südlich des 40. Breitengrads nicht mehr vor.